EU-Bildungsprogramm: Dem Handy auf der Spur
Jade. „Wir sind auf Handys angewiesen“, sagt Rafau vom César-Franck-Athenäum aus Kelmis in Belgien. Er und 21 seiner Mitschüler sind für eine Woche zu Gast bei ihrer Partnerschule, der Oberschule Jaderberg. Gemeinsam mit ihren Jaderberger Mitschülern nehmen sie am europäischen Bildungsprojekt „Be smart – dem Handy auf der Spur“ teil. Dabei geht es darum, das Thema Handy – ein Gerät, das inzwischen den Alltag vieler bestimmt – unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu betrachten und dabei zugleich den Zusammenhang mit der Wirtschaft herzustellen.
In den Klassenräumen gibt es verschiedene Stationen dazu, an der ersten werden zum Beispiel Handys auseinander genommen um festzustellen, welche unterschiedlichen Materialen verwendet wurden. An einer anderen Station wird mit dem Film „Blutige Handys“ gearbeitet – er macht deutlich welche Gefahren in den Coltan-Minen des Kongo entstehen. Coltan wird zur Produktion der Handys gebraucht und im Ostkongo oft von Kindern aus ungesicherten Minen geholt. Eine weitere Gruppe von Schülern beschäftigt sich mit einem ökologischen Blick auf das Handy und der Frage: Wie viel Natur steckt in diesem Konsumgut?
Für die Schüler wurde deutlich, dass wertvolle Rohstoffe für die Produktion benötigt werden und sie sind durchaus bereit etwas in ihrem Verhalten zu verändern, wie Kevin bestätigt: „Ich denke schon, dass wir mehr darauf achten sollten, ausgebrauchte Handys auch zu recyceln.“
Das Projekt wird aus Mitteln des EU-Bildungsprogramms Erasmus gefördert. Britta Bookhagen von der IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) ist extra aus Potsdam angereist um die Projektwoche zu begleiten. In Jaderberg wird es von den Lehrerinnen Carmen Gans, Sandra Krupa und Denise Lecocq aus Belgien sowie ihren Kolleginnen Sabine Schedl-Lohmüller, Katrin Traxler, Marlena Meinen und Susanne Krenzel betreut.
Die belgischen Schüler bleiben insgesamt eine Woche in Jaderberg, sind in Familien untergebracht und erleben ein umfangreiches Nachmittagsprogramm, bei dem sie einen Eindruck von der Region bekommen. Sie haben sich im Vorfeld bereits in einem virtuellen Klassenraum kennen lernen können. Für den Herbst ist ein Gegenbesuch in Belgien geplant.
Quelle: Anke Kück/Friesländer Bote
Bild zur Meldung: Station Handy-Rohstoffbox



















